Expressionismus

Expressionismus:
 
Im Oktober 1905 präsentiert eine Gruppe von französischen Künstlern um den Maler Henri Matisse auf dem alljährlichen Pariser Herbstsalon ihre neuen Gemälde – und schockiert die Besucher, die an die präzisen Naturwiedergaben der Salonkünstler oder die sensiblen Farbstimmungen der Impressionisten gewöhnt sind, mit grell leuchtenden Landschaftsbildern und Porträts aus seltsam naturfernen Farben, etwa einer Frauendarstellung mit grüner Nase, blauen Haaren, gelber Haut.
„Als ob man dem Betrachter einen Topf Farbe ins Gesicht schüttet“, schreibt angewidert ein Kritiker, und ein anderer nennt die ausstellenden Künstler „Wilde Tiere“, eine Beleidigung, die die Betroffenen aber schon bald als Namen für sich akzeptieren.
Denn wild sind sie ja tatsächlich, jene Maler, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts gegen das Althergebrachte aufbegehren: in Frankreich – und vor allem auch in Deutschland, wo sich im Sommer jenes Jahres 1905 drei junge Männer um den Dresdner Ernst Ludwig Kirchner zusammengefunden haben, um fortan gegen alle Regeln der Kunst anzumalen.
Die Rebellen in beiden Ländern wenden sich gegen die naturgetreue Wiedergabe in der Malerei, wie sie von den Großmeistern ihrer Zunft in den Akademien gelehrt wird. Ihnen geht es nicht mehr um das Abmalen von Szenerien, von Menschen, von Gegenständen. Und auch nicht – wie den Impressionisten – darum, Ihren persönlichen Eindruck von der Welt auf der Leinwand festzuhalten. Sondern um ihr Gefühl: um ihre subjektive Empfindung. Mit ihrer radikal subjektiven Kunst versuchen sie, ihr Innerstes nach außen zu stülpen – erzählen sie auch dann von sich, wen sie jemand anderen malen.
Es geht ihnen – und vielen anderen Künstlern, die in Deutschland und Österreich in den folgenden Jahren beginnen, ähnliche Ideen zu verfolgen – um den Ausdruck ihrer Empfindungen: um die „Expression“.
 
Auch in der zeitgenössischen Kunst ist die Expression ein nicht wegzudenkender Bestandteil. Die eigene, frei entwickelte Handschrift ist der Stempel eines jeden Künstlers. Hier Gemälde von Marc Felten vertreten durch Private Art House.
 
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